Schlossholz

 

 

 

Füller aus antikem Holz aus dem Fundament des Berliner Stadtschlosses

 

 

 

  26.12.2018, Die ersten "Schlossholz Füller" sind fertig

Vor 5 ½ Jahren haben wir historisches Holz aus dem Fundament des Berliner Stadtschlosses ersteigert (siehe Bericht weiter unten). Nun ist es soweit, die ersten Schreibgeräte aus diesem Holz sind fertig gestellt. SH001  
  Um dem geschichtsträchtigen Holz einen würdigen Rahmen zu geben, habe ich eigens dafür einen Füller entworfen und in Zusammenarbeit mit Firma Schmidt Technology, ein namhafter Hersteller für Schreibkomponenten, produziert. Bei der Wahl des Materials haben wir uns für Edelstahl mit seidenmatter Oberfläche entschieden.
Strich 
 Die Schreibfeder haben wir aus 18 Karat Gold mit „Liebensteiner-Prägung“ herstellen lassen. Zur besseren farblichen Abstufung ist die Schreibfeder teilrhodiniert. Sie ist in den Strichstärken M (mittel) und B (breit) verfügbar. MUC-Goldfedern

 

Begleitheft im PDF-Format  Geschenkbox

Natürlich brauchen wir für diesen Füller auch eine entsprechende Geschenkbox, welche nach unseren Entwürfen angefertigt wurde. In dieser Geschenk-Box findet nicht nur der Füller seinen Platz, sondern auch das Begleitheft, in welchem die Geschichte dieses Holzes, verbunden mit der Geschichte Berlins dargestellt wird.
Dass es sich bei diesem Füller um eine limitierte Auflage handelt wird durch die Lasergravur auf dem „Original Schlossholz“ in der Geschenkbox dargestellt. Zudem ist die Seriennummer auf dem Mittelring am Füller eingraviert und im Zertifikat (im Begleitheft) vermerkt.

PRESSE:
Fachzeitschrift "Schreibkultur" 02/19
Titelseite  -   Bericht

Auch ein Tintenglas mit wahlweise blauer oder schwarzen Tinte findet seinen sicheren Halt in der Geschenk-Box.

 

 

02.04.2015 Kleines Stück der Eichenbohle aufgesägt

Endlich ist es soweit. Vor fast 2 Jahren habe ich eine Eichenbohle aus dem Fundament des Berliner Stadtschlosses ersteigert (siehe Beitrag vom 07.05.2013 - weiter unten) und jetzt habe ich einen Teil davon zur Herstellung von Schreibgeräten aufgesägt.

Die Bohle wurde nun 2 Jahre lang an einer gut belüfteten, kühlen und dunklen Stelle in meinem Keller schonend getrocknet. Sie hat ca. 30 % an Gewicht verloren, aber ich bin überrascht, wie schwer sie noch immer ist. Ebenso bin ich überrascht, dass nicht mehr Risse vorhanden sind.

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Im ersten Arbeitsgang schneide ich Stücke zu ca. 16 cm, passend für Schreibgeräte. Für das Aufschneiden einer Bohlenhälfte habe ich 3 Sägeblätter verbraucht. Obwohl ich die Bohle vor dem Trocknen gründlich gereinigt habe, ist noch immer reichlich Sand aus dem Berliner Untergrund vorhanden, welcher die Sägeblätter sehr schnell stumpf werden lässt. Wahrscheinlich muss ich dann beim Drechseln meine Eisen ebenso häufig schleifen.

570 Jahre im sumpfigen Berliner Untergrund konnten dem Holz nicht allzu viel anhaben. Es ist noch immer sehr stabil und fest. Die Risse im Inneren sind vermutlich während der Trocknung entstanden. Selbst die Reaktion der Gerbsäure im Holz mit den Eisensalzen im Wasser, welche zu schwarzer Verfärbung des Holzes führt, ist nicht bis in den Kern der Bohle vorgedrungen. So ergibt sich ein interessanter Farbverlauf.

Das Holz muss vor der Verarbeitung zu Schreibgeräten sorgfältig sortiert werden. Um die Natürlichkeit zu erhalten, werde ich kleine Risse, Quetschungen, Spuren von Insektenbefall und Astansätze ganz bewusst mitverarbeiten. So kann das Holz selbst seine Geschichte erzählen. Allerdings muss ich solche Stellen mit speziellem Harz verfüllen, bzw. verfestigen. Ob ich dies mit klarem Harz oder mit Harz, welche mit original Schleifstaub eingefärbt ist, mache, werden Versuche zeigen.

Da das Holz noch nicht die optimale Holzfeuchte erreicht hat, werde ich es noch einmal für längere Zeit einlagern. So kann das Holz auch noch seine inneren Spannungen abbauen.

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07.05.2013 Eichenbohle aus dem Fundament des Berliner Stadtschlosses ersteigert

 

„Was habt Ihr ersteigert: Holz vom Berliner Schloss – vom Stadtschloss? Das gibt es doch gar nicht mehr! Dieses, damals durch den 2. Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde doch zu DDR-Zeiten, aufgrund der Entscheidung von Walter Ulbricht, Ende 1950 durch Sprengung endgültig vernichtet, um auf dem Gelände den Palast der Republik zu errichten, welcher 2008 wieder abgerissen wurde!“ - Ja stimmt, ist dann unsere Antwort auf diesen Ausbruch der Fassungslosigkeit. Dies ist soweit richtig, aber die Zeiten haben sich gewandelt und was einst nicht mehr zu sehen war wurde nun freigelegt, denn bei unserem Holz handelt es sich um das ehemalige Fundament des Berliner Stadtschlosses, dessen Bau 1443 durch Kurfürst Friedrich II. begonnen und von Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, in einer Sparversion vollendet wurde.

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Der Deutsche Bundestag hat im Sommer 2002 den Wideraufbau dieses Schlosses unter dem Namen Humboldtforum beschlossen.
Nicht nur Originalteile des Schlosses sind noch vorhanden, sondern auch die Hölzer des Fundamentes, welche im November 2012 gehoben wurden. Am 7. November 2012 sind die ersten, 300 Jahre alten Fundamentpfähle, der über 3000 Stämme, geborgen worden, einschließlich der Aussteifungsbohlen. Diese Art der Gründung von Gebäuden auf Holzstämmen war bis Ende des 19. Jahrhunderts üblich. Für das Humboldtforum werden anstelle der Eichenstämme, Betonpfähle in den Märkischen Sand und den sehr feuchten Untergrund direkt an der Spree gegossen.

Heute unromantischer Beton, ohne Lebenslinien, gestern alte Hölzer mit Geschichte, die luftdicht, gelagert im Berliner Boden die Jahrhunderte überdauerten. Dieses ganz besondere Holz, so wird in einer gutachtlichen Stellungnahme bescheinigt, ist, bei einer Stichprobenuntersuchung, von überraschend guter Qualität, sollte jedoch nicht als tragendes Element verwendet werden. Auch weitere Stellungnahmen belegen dies und erläutern, dass sich das Fälldatum der Bäume auf 1705 / 1703 beziffern lässt, jedoch die Bäume Ihren Ursprung 1576 /1582 haben.
Da es sich um Altholz handelt, wurde zudem auch die Altholzverordnung berücksichtigt und festgestellt, dass die Grenzwerte der Altholzverordnung bei diesem antiken Holz eingehalten werden.
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Perfekt – unbelastet Holz, mit einer uralten Geschichte, taucht wohlbehalten in unserer Zeit wieder auf.
Wir haben von diesem so historischen und sehr begehrten Holz am 21.4.2013 eine Eichenbohle, eine Abdeckbohle, welche auf den Eichenpfählen zur Versteifung lag, ersteigert. Durch die fachliche Stellungnahme des Sachverständigen und Tischlermeisters Joachim Müller ist belegt, dass es sich hier um Mooreiche handelt. Eine Eiche wird als Mooreiche bezeichnet, wenn die Gerbsäure der Eiche, die Jahrhunderte unter Wasser war, mit den Eisensalzen des Wassers reagieren. Dadurch wird das Holz sehr hart und verfärbt sich. Durch den sehr hohen Eisengehalt des Berliner Grundwassers, sind diese Verfärbungen stark aufgetreten. Der Kernbereich hat jedoch den dunkelbraunen Eichenton behalten.

Ja, was nun mit dieser Bohle, die uns doch in letzten Monaten sehr beschäftigt hat. Es begann mit einem Fernsehbericht beim rbb, wo wir überhaupt auf diese Attraktion aufmerksam wurden – die Bergung der Eichenpfähle. Es hat ein Weilchen gedauert bis wir herausfanden, was mit dem Holz passiert. Es folgte die Besichtigung der Holzberge vor der Auktion. Danach die für uns schon sehr aufregende Auktion – unsere Erste, und die Freude über die glückliche Ersteigerung einer der 100 Eichenbohlen.

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Anfang Mai haben wir unser dreckiges, ca. 3 m langes Prachtexemplar aus einem Stapel Bohlen bei der Bergungsfirma in Berlin-Spandau ausgewählt. Der Mitarbeiter der Firma war sehr behilflich, denn meine Frau hatte nicht die Kraft diese 95 kg in unseren Bus zu heben.

Nun ist die ca. 3 m lange Bohle gründlich gereinigt und halbiert. Die Schnittfläche sieht sehr interessant und vielversprechend aus. Die Bohlenhälften müssen jetzt über längeren Zeitraum im kühlen, dunklen Keller langsam trocknen und verlangt uns noch eine Portion Geduld ab, bis wir das Holz zu edlen Schreibgeräten mit historischem Hintergrund verarbeiten können.

Gutachten über das Antike Holz
als PDF Dokument

Katalog über die Auktion des
historischen Holzes als
PDF Dokument

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